Sie sind blind, ihnen fehlt ein Bein, sie
sind alt und niemand will sie haben. Die Tiere im Franziskushof
gehörten zu den verstoßenen Vierbeinern, bevor
sie auf dem Gnadenhof ein neues Zuhause fanden. Der Franziskushof
öffnet für jeden von ihnen seine Türen. Kein
Zwinger prägt heute das Leben der Hunde, sondern die
Nähe zu den Menschen, die sich um sie kümmern.
Susanne Häger und Marianne Danyluk gründeten 1990
den Franziskushof. Sie investierten ihre gesamten Ersparnisse
und starteten mit 45 Katzen, zwei Hunden und einem Affen das
Gnadenhofprojekt. Heute leben dort 40 Hunde, 80 Katzen und
6 Affen. Fünf Angestellte und 13 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen
gehören mittlerweile zum Team, das sich Tag und Nacht
um die Tiere kümmert.
Der Franziskushof wurde nach dem heiligen Franziskus von Assisi
– dem Schutzpatron der Tiere – benannt. Oft ist
es der letzte Zufluchtsort für Vierbeiner, die anderswo
abgelehnt werden. Sei es, weil einem Tier ein Bein fehlt,
eine neue Hüfte eingesetzt werden musste, weil sie erblindet,
alt oder verhaltensgestört - einfach nicht dem „Standard“
entsprechend - sind. Kranke Tiere werden im Franziskushof
intensiv gepflegt und so mancher Vierbeiner konnte durch eine
entsprechende Operation ein neues schmerzfreies Leben führen.
Doch oft übersteigen die Tierarztkosten das Budget des
Vereins. Schon mehrfach hat der ETN daher finanzielle Hilfe
geleistet.
Allen Räumen ist ein Außengehege angeschlossen
Zentrum und Herz des Hauses ist ein kleines Wohnzimmer, das
entlang den Wänden mit Sofas und Sesseln gemütlich
eingerichtet ist. Hier ist Platz für Gäste und interessierte
Besucher, die einem Tier ein neues Zuhause geben möchten.
Bei unserem Besuch sitzt Frau Danyluk auf einem der Sessel,
auf den anderen haben es sich rund fünf Hunde bequem
gemacht. Die Hunde leben im Rudel an der Seite „ihrer“
Menschen.
Aber auch Katzenfreunde schlägt das Herz höher.
Vom Wohnzimmer aus hat man direkten Ausblick auf eines der
drei großen Katzengehege. Kletterbäume und gemütliche
Kuschelecken geben den Tieren sowohl die Möglichkeit
zur Bewegung als auch zum Rückzug. Faul und genießerisch
räkeln sich hier rund 80 Katzen bei schönem Wetter
in der Sonne. Im Franziskushof gibt es Räume für
Katzen, für Affen und natürlich für Hunde.
Alle Räume haben ein zusätzliches Außengehege
angebaut. Jedes Tier hat sein eigenes Körbchen und seinen
eigenen Fressnapf. Die Tiere haben nicht nur viel Platz, sondern
auch stets die Möglichkeit sich im Freien aufzuhalten.
Wohin mit exotischen Tieren?
Affen gehören eigentlich nicht hinter Gittern, da sind
sich die Tierschützer einig. Die Haltung von Affen stellt
zudem hohe Anforderungen an die Unterbringung, Fütterung
und Pflege der Tiere. Was aber, wenn solche Tiere aus schlechter
Haltung vom Veterinäramt beschlagnahmt werden? Der Franziskushof
hat sie freimütig aufgenommen und für die Tiere
ein möglichst artgerechtes Leben geschaffen. Mittlerweile
leben zehn Affen im Tierheim.
Hilfstransporte für Polen
Mit viel Durchsetzungsfähigkeit und Engagement helfen
die zwei Frauen und ihr Team nicht nur in Deutschland, sondern
auch in Polen. Regelmäßig werden Hilfsgüter
für Mensch und Tier nach Polen gebracht, denn die Not
ist in Polen mancherorts sehr groß. Drei Einrichtungen
für Tiere erhalten regelmäßig Unterstützung
vom Franziskushof. Es werden Hundehütten gebaut, Kastrationen
und Tierarztkosten von dem Verein übernommen.