Marietta
Schlieper ist beeindruckt vom Lebensmotto des Heiligen Franz
von Assisi. „Er hat sich für die Schwachen und Benachteiligten
der Gesellschaft eingesetzt, mit größter Hingabe
Kranke gepflegt und für ihre Rechte gekämpft“,
erzählt die 66-jährige. Die Ideale des Heiligen sind
auch die Leitgedanken des Privat-Tierheims „Franziskushof“
im Kalletal, das der dortige Tierschutzverein vor elf Jahren
gegründet hat. Hier engagiert sich Marietta Schlieper seit
November 1995 ehrenamtlich.
Nach dem Eintritt ins Rentenalter suchte die Bad Oeynhausenerin
eine neue Aufgabe. „Das Hausfrauendasein wäre mir
auf die Dauer zu langweilig geworden“, erzählt
Marietta Schlieper. „Ich wollte etwas Nützliches
tun.“ Die jahrzehntelange Verwaltungsangestellte
entdeckte, dass sie ein großes Herz für Tiere hat
und trat dem Kalletaler Tierschutzverein bei.
Vom Konzept des Heims am Echternhagen 13 war sie von Anfang
an begeistert. „Kein Tier wird sofort eingeschläfert,
wenn es krank ist. Alle werden gesund gepflegt“, erklärt
die 66-jährige. Zur Zeit werden 88 Katzen, 42 Hunde und
zehn Affen in der Einrichtung betreut. „Zwingerhaltung
kommt bei uns aber so gut wie nicht in Frage“, erläutert
Marietta Schlieper das ehrgeizige Konzept. „Die Hunde
werden bei uns artgerecht in Rudeln gehalten.“ Dadurch
werde sichergestellt, dass die Hunde genügend Bewegung
haben und nicht vereinsamen.
Drei- bis viermal pro Woche hilft Marietta Schlieper im Kalletaler
Tierheim mit. „Ich gehe mit den Hunden regelmäßig
spazieren und kümmere mich um die Vermittlung und Pflege
der Tiere", bericht sie. „Die Arbeit macht mir
Spaß und die Vierbeiner sind ungeheuer dankbar.“
Etwas Sorgen bereitet ihr die Finanzsituation der Einrichtung.
„Das Heim finanziert sich ausschließlich durch
Privatspenden und Mitgliedsbeiträge. Öffentliche
Fördergelder gibt es keine“, sagt Marietta Schlieper.
Mit der Euro-Umstellung habe die Spendenbereitschaft spürbar
nachgelassen, dennoch müssten die immensen Futter-, Tierarzt-
und Pflegekosten gedeckt werden.
Nach Oeynhausen zogen Marietta Schlieper und ihr Mann Helmut
erst vor sieben Jahren. „Ich habe die Stadt während
meines Kuraufenthalts kennen gelernt und mich sofort in sie
verliebt.“